An einem Herbsttag erfuhren die Ausflügler des Heimatvereins Billerbeck, im Schloss Senden und Alten Zollhaus, wie Geschichte und Gegenwart zusammenfinden. Beide Orte sind herausragende Beispiele gelebter Denkmalpflege, Innovation und Lernorte zugleich.
Das gesamte Schlossareal steht unter Denkmalschutz und lädt ein die Entwicklung, über die Jahrhunderte bis heute, nachzuvollziehen. Die Gästeführerin Frau Möllers berichtete mit persönlichem Bezug zur Geschichte des Schlosses, die bis vor das Jahr 1350 zurückreicht, als die Anlage bereits als bischöfliches Lehen bestand. Im 15. Jahrhundert entstand dann ein größeres Schloss, von dem noch Teile des Ostflügels, mit seinem für die Epoche charakteristischen Dreistaffelgiebel, erhalten sind. Weitere sehenswerte Bauteile sind die Brücke mit den wappentragenden Löwen aus dem Jahr 1706, das Gebäude mit dem Uhrtürmchen von 1719 sowie die neogotischen Anbauten aus dem späten 19. Jahrhundert. Das Gestaltungsbild der Parkanlage reichte bis in die Renaissancezeit zurück und seit Jahren werden unter Begleitung des LWL Parkpflegeseminare durchgeführt, um dies wieder herzustellen. Nach langem Leerstand und Verfall begann 2007 die Rettung des Schlosses mit bürgerschaftlichem Engagement. Ein entscheidender Schritt war 2015 die Übernahme durch den Verein Schloss Senden, der seitdem mit Fördermitteln, Spenden und vielen Ehrenamtlichen denkmalgerecht saniert.
Nur einen Steinwurf entfernt lockte nach der Führung, mit duftendem Kaffee und leckerem Kuchen, das Alte Zollhaus aus dem Jahr 1587. Das historische Gebäude, einst wichtiger Grenzposten, machte deutlich, dass Denkmalschutz nicht bedeutet die Vergangenheit unter Glas zu stellen, sondern sie in den Alltag zu integrieren. Früher als Bruder- und Gildehaus genutzt, wurde es Dank vieler ehrenamtlicher Bauhelfer des Heimatvereins Senden, zwischen 2018 – 2021, zum „Haus der Begegnung und des Ehrenamtes“ umgebaut. Frau Wiesker und ihre Kollegin von der Stiftung „Altes Zollhaus“, bereiteten der Gruppe einen schönen Nachmittag und wussten so manche Anekdote zu diesem Gebäude zu berichten.
Schloss Senden und das Alte Zollhaus, sind Innovationsorte und laden dazu ein mitzumachen, sei es durch ehrenamtliches Engagement, kulturelle Teilhabe oder einfach mit einem Besuch, der die Gebäude am Leben erhält.
Die Ausflügler erfuhren, dass Denkmale nicht museal eingefroren werden müssen, sondern als lebendige Ressource für Bildung, Kultur und Gemeinschaft erfolgreich genutzt werden können.
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